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Ist eine Spezialmaschine teurer als eine Standardmaschine?

01-11-2016 von Peter Geurts.

Eine Standardmaschine scheint auf den ersten Blick preiswerter zu sein als eine Maschine, die speziell für Ihren Fertigungsprozess entworfen und gebaut wird. Wenn man nur vom Kaufpreis beider Maschinen ausgeht, stimmt dies auch.  Für einen stichhaltigen Vergleich sollte man daneben allerdings auch u. a. die Einsparungen in Bezug auf das Handling, die Qualitätsverbesserung und die Kosten der Neueinstellungen der Maschine berücksichtigen.

Diese finanzielle Abwägung spielt bei der Wahl einer bestimmten Maschine auch eine Rolle. Kunden könnten befürchten, dass bei der Anfertigung einer Spezialmaschine Technologie verwendet wird, die sich noch nicht bewährt hat. In Spezialmaschinen werden allerdings auch verschiedene Standardteile verwendet. Erfahrene Maschinenbauer gehen von CTO (Configure To Order) aus. Das heißt, dass nicht das Rad neu erfunden, sondern vorhandene und bewährte Technologie verwendet wird.

Trend von großen zu kleineren Produktionsmengen

Es zeichnet sich ein Trend ab, wonach große Produktionsmengen durch kleinere Mengen mit einer größeren Produktvielfalt ersetzt werden - High Mix/Low Volume.  Hierdurch werden Maschinen weniger häufig stillgelegt, weil sie für ein anderes Produkt umgebaut werden müssen. Für viele Pharmaunternehmen würde es sich lohnen, die Prozesse  vorhandener Maschinen von neuen, kleineren Maschinen ausführen zu lassen, die keinen Umbau benötigen. So wäre die Validierung kein Problem. Die bewährte Technik würde dann - für kleinere Produktserien - erneut angewandt.

Gesamtbild

Für eine gute Kostenabwägung werden die Vorteile der Spezialmaschine gegenüber der Standardmaschine in Bezug auf Humanressourcen, Produktqualität, Anzahl der Rückholaktionen, Produktionsmenge, Produktionszeit und Stillstandzeit verglichen. Dem Gesamtbild lässt sich entnehmen, welche der beiden Optionen für Ihre Fertigungslinie interessanter ist.

Rechenbeispiel 1

Mit einer Maschine für die Montage von Spritzen müssen drei Arten von Spritzen zusammengefügt werden. Bei jeder Spritze muss die Maschine erneut eingestellt werden. Die Spritzen kosten durchschnittlich 20 Euro pro Stück, einschließlich des Inhalts der Spritze. Die Anpassung der Maschine dauert durchschnittlich vier Stunden, und die Maschine fertigt 500 Spritzen pro Stunde und läuft acht Stunden pro Tag. Die Maschinen müssen zwölf Mal pro Jahr angepasst werden. Durch den Umbau der Maschinen fällt pro Jahr ein Umsatzverlust von insgesamt € 480.000,- an.

Rechenbeispiel 2

Standardmaschine: Eine Maschine, mit deren Hilfe Schalen von zwei Bedienern gefüllt werden. Anschließend werden die Produkte in Kisten gelegt und zur Rotationssiegelmaschine gebracht (1 Bediener). Bei der Rotationssiegelmaschine legt ein Bediener die Tyvek-Bögen auf die Schale, und nach dem Versiegeln sorgt der fünfte Bediener dafür, dass die Schalen in einen Karton gelegt werden. An dieser Maschine arbeiten insgesamt fünf Bediener.
Die Spezialmaschine: Es wird eine Maschine gebaut, die die oben stehenden Funktionen vereint und für die nur ein Bediener für das Handling und die Verpackung erforderlich ist. Wie hoch ist der Gewinn, den Sie hierdurch erzielen? Wir gehen dabei von einem Jahresgehalt eines Bedieners in Höhe von € 40.000,- aus. Vier Bediener weniger an einer Maschine bedeutet eine Einsparung von € 160.000,- pro Jahr.

Diese Art von Berechnungen wird sehr oft nicht durchgeführt, aber eine einfache Berechnung zeigt schnell, ob die Anfertigung einer kundenspezifischen Maschine interessant ist. In diesen Fällen hätte der Hersteller die Spezialmaschine sogar innerhalb eines Jahres zurückverdient.

Wir rechnen gerne für Sie aus, ob sich der Bau einer Spezialmaschine lohnt. Haben Sie Interesse an einer unverbindlichen Berechnung? Oder haben Sie Fragen zu diesem Artikel? Nehmen Sie dann Kontakt zu uns auf. Wir sind per E-Mail unter info@gte-engineering.nl oder telefonisch unter der Rufnummer +31 (0)77-397 13 05 erreichbar.

Peter Geurts

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